Der erste Monat ist um. Die Zeit verging wie im Flug.
Oft werde ich gefragt: Wie ist es? Macht es denn Spaß? Hat sich der ganze Aufwand gelohnt? Wie läuft das WG Leben? Haste denn Heimweh?
Also. Wie ist es denn? Es ist gut. Es macht Spaß! Aber es ist auch verdammt anstrengend um es auf die Arbeit zu beziehen.. Nicht die Arbeit an sich, aber dieses "von einer Sprache in die andere transferieren". Oder auch einfach die neue Mentalität und Arbeitsmethode. Oder auch, einfach der Aufprall der ganzen verschiedenen Kulturen. Jeder meint es zum Teil besser zu wissen oder hat manche Sachen ganz anders beigebracht bekommen und nun ist man noch dabei, die einzelnen Stärken zu etwas gutes zu verbinden. Auch ich musste schon einiges mal zurückstecken und wer mich kennt weiß, dass ich das gar nicht mag;). Uns wurde während der Orientation beigebracht "Listen more than speaking". Denn woher sollen wir denn wissen was von uns gewollt wird, wenn wir nur halb zuhören und schon machen, bevor die Person überhaupt ausgesprochen hat weil man meint zu wissen was gewollt wird ( eine meiner Schwächen!).
Spaß macht aber auch die Arbeit, auch wenn es viel buckelei ist, ist die Atmosphäre viel familiärer weil man die Leute wirklich jeden Tag sieht.
Meine Managerin meinte zu uns, wir sind eine große Familie und kümmern uns umeinander. Wir sind ohne Verwandte da und wir sehen uns alle Ca. 10 Stunden am Tag. Während der Arbeit sind wir die besten Freunde und wenn wir uns abmelden, ist es ihr egal. Aber alles dazwischen soll Harmonie herrschen! Und familiärer mit den Gästen. Man sieht sie zum Teil jeden Tag, kennt ihre Vorlieben und tauscht sich aus.
Hat sich der Aufwand gelohnt? Definitiv! Schon alleine wegen dem Wetter (haha). Nein,
aber hier wird einem eine ganz neue Art von arbeiten geboten als "non-Profit" Unternehmen, wo man wirklich nur auf die Wünsche der Mitglieder achtet. Außerdem würde ich mich immer fragen "hätte, hätte, hätte.." . Desweiteren habe ich schon super Leute kennen gelernt, die verteilt vom der ganzen Welt kommen.
Die WG läuft ganz gut! Natürlich gibt's manchmal Sachen, die einen stören, aber das bespricht man dann und dann ist auch alles gut! Wir haben auch einen wunderbaren Putzplan der funktioniert und somit kann sich keiner beschweren:). Ganz witzig ist es auch immer, wenn meine Zimmergenossin Patti mir immer erzählt, was ich im Schlaf so erzähle. Auch schon viel in Englisch angeblich;)
Und nun wahrscheinlich die interessanteste Frage: habe ich Heimweh? Teils, teils. Hätte auf jeden Fall gedacht, dass ich abgebrühter wäre was die Entfernung angeht. Aber mir ist schon die letzten Tage vor Abflug aufgefallen, dass es nicht so einfach wird. Es war eine andere Art von Abschied nehmen weil meine Pläne für danach ja noch ziemlich ungewiss sind.
Auf jeden Fall gibt es viele Menschen die ich sehr vermisse, wo man sich manchmal wünscht , einfach mal kurz rüber zu gehen (wie sonst auch immer).
Meine Familie und meinen Hund vermisse ich auch sehr. Als ich vor kurzem ein Paket von zuhause bekommen hatte, wurde ich auch etwas sentimental, da meine Mama einen kleinen Brief geschrieben hatte (Danke dafür- nicht😄).
Der Zeitunterschied von 6 Stunden macht es auch nicht gerade einfach. Aber wir geben uns alle Mühe:).
Was ich aber auch sehr vermisse, ist das Essen zum Teil! Brot gibt's hier nicht (bin vom Toast schon auf Bagels umgestiegen). Und ein Glas Nutella kostet hier fast $8!!! Gut, dass ich eine Nussallergie habe;))
Allen im allem habe ich schon eine sehr gute Zeit hier. Habe wie schon gesagt nette Leute um mich und bin bestens versorgt, auch wenn die Freunde von daheim keiner ersetzen kann und soll.
Und es ist verrückt, dass in 1,5 Monaten Weihnachten bzw. Silvester sein soll! Für mich ist es ja immer noch Juli...
So, meine Lieben. Bis nächste Woche (versprochen!). Denkt an meine Postkarten und wem jemand Fragen/ Anregungen hat, lasst es mich wissen!
Ciaoooo, eure Jenn!
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